Andreas Sell

Mittwoch, 27.02.2019 um 20.30 Uhr



Andreas Sell, German Evangelical Gay - #2, 2012, foam, MDF, synthetic leather, 
metal screws, 370 (l) x 154 (b) x 272 (h), Photo courtesy: Jule Felice Frommelt


Andreas Sell works on the creation of space. He maps out, builds, arranges and represents a space to receive the self and the other; a physical, mental and sentimental space to expose or protect, to be visited or inhabited. Thus his practice explores personal and social relationships and investigates how people engage with their surroundings. It involves processes of transition, adaptation, attachment and detachment, starting from his personal experience. His work coincides with his life story, resulting in both a material and immaterial narration.
After a long wander and life ‘on the road’, he returned to Berlin, his base at the time, for a little while. He worked for four months on dismantling and assembling anew the
furniture and appliances of his apartment transforming them into sculptures. His home was serving both as a living and working space while his everyday objects became sculptures that he could still use. He presented them in situ turning his apartment also into an exhibition space. The title of the show, German Evangelical Gay, 2012 recalls a classified ad applied to the supply and demand protocol; it gives too much and at the same time too little information about what is exhibited and who exhibits. The exhibition challenged the effort of categorization addressing the multiplicity of identities and eventual contradictions that one incorporates. At the end of the show he left again.
Galini Notti (excerpt from: Guidelines 2015-2012)


www.andreassell.com

Raul Walch

Mittwoch, 13. Februar 2019, 20 Uhr


Einzelausstellung The Sceptical Chemist
EIGEN + ART Lab, Torstrasse 220, 10115 Berlin-Mitte


Raul Walch, The Sceptical Chemist, 2018

The Sceptical Chemist


The Sceptical Chymist wanders through life undocumented. The figure is both one of a reactionary nature and ghost of life. It observes from a vantage point that others never decide to tread. The Sceptical Chymist is not an agent in the network but the Gardner of the Rhizome.Raul Walch is both the Sceptical Chymist, the Artist, the Viewer and the Ethnographer. His installations mark a world of his own viewing and that of his own making. This can be seen both as the Imaginarium and the Archive. In his new works, he guides the viewer into infinite drifting angles of clandestine territories, criss-cross woven textile sheets make up the body of this new border. These monotone Spanish plastic architectures discreetly hide the mass-manufactured winter vegetable urban fuel line from Spain to Germany. An epic bed of white plastic crusts the southern tip of Spain. Covert yet visible via Google Earth, not a human in sight. Only the words Death King „Earth Warriors“are found by Walch as he conducts his pilgrimage into another world, a deeper web of the unseen polyethylene lies beyond the gateway we now know as our life.
In 2008 Boris Groys argued in “Art Power” that since the 1960s artists have created installations that perform services to selection processes rather than just creativity. A distinction between the (curated) exhibition and the (artistic) installation is naturally still able to be made ten years on, but he argued it is essentially obsolete to do so. He goes on to add that the use of such practices works well with demonstrating the material of a specific civilisation because the artist installs all the elements that typically circulate in the abstracted emotion of life, bringing them into one place, in one time. The artist gives the viewer a room with a vantage point, not just a view.
In doing so…Walch opens up this gateway and allows us to ponder on his unframed view – Do we wish we were there? Or are we already there? These binary fucks tread softly all over Raul Walch’s new work, distopias seduce utopias, pesticides covertly form negated idealised aesthetics and caring bodies shift between plastic; under the guise of maternal illegal labour. Walch simultaneously veils and reveals his knowledge to the viewer via his site-specific installational formats.
Text of the current show at EIGEN & ART Lab by Penny Rafferty

www.raulwalch.net

Nadja Schöllhammer

Mittwoch, 30. Januar 2019, 20.30 Uhr 


Einzelausstellung Phalanx in der Kunststiftung-K52 
Galerie: Joachimstraße 17 / Ecke Auguststrasse, 10119 Berlin-Mitte 



Nadja Schöllhammer, Soul Inhaler, 2015, ARTER, Istanbul, Installation (Detail), Foto: Eric Tschernow

Nadja Schöllhammers Werkspektrum reicht von filigranen Zeichnungen und Cut-Outs bis zu überbordenden Wand- und Rauminstallationen aus Papier. Für die Installation Phalanx im Rahmen ihrer Einzelausstellung hat Nadja Schöllhammer Zeitungs- und Magazinfragmente mit selbst entwickelten Verfahren bearbeitet und damit Materialität und Inhalt der Bildträger verändert. Mit Tusche, Skalpell und verschiedenen Klebetechniken überführt sie das Ausgangsmaterial in einen Zustand der Zerklüftung bis hin zum Zerfall. Glatte Oberflächen werden zu schrundigen Häuten, geschönte Körperbilder zu Fratzen und maskenhaften Wesen. Sie scheinen gegeneinander anzutreten, sich zu verstricken oder zu einem kollektiven Körper zu verschmelzen.  Schöllhammer überführt Abbildungen von Gesichtern und Körpern von der Fläche zurück in die Dreidimensionalität. Die entstehenden Formationen verwebt sie im Raum zu Bildkörpern, in denen sich gestische und narrative Stränge wechselseitig bedingen. Es entstehen vielschichtige und skurrile, kämpferische bis tänzerische Allianzen.
Nadja Schöllhammer sagt über ihre Arbeit: „Durch selbst entwickelte Verfahren des erweiterten Zeichnens verwebe ich kollektive Erzählungen und Bilder mit meiner eigenen Imagination. Es geht mir um den Zusammenhang zwischen Material, Raum und Vorstellungskraft. Mit meinen begehbaren Bildern will ich sinnliche Erkenntnisräume schaffen.“
Für ihr künstlerisches Werk hat Nadja Schöllhammer zuvor schon zahlreiche Auszeichnungen und Förderungen erhalten, aktuell von der Kunststiftung-K52 Berlin und zuvor u. a. vom Künstlerhaus Schloss Balmoral, vom Kunstfonds Bonn, von der Akademie Schloss Solitude Stuttgart, von Goldrausch art IT Berlin und der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. Ihre Werke sind im In- und Ausland zu sehen, wie jüngst im Museum Rijswijk, Den Haag, sowie im Arp Museum Rolandseck, im ARTER Space for Art in Istanbul, im Marta Herford oder in der Kunsthalle Düsseldorf.

www.nadjaschoellhammer.de

Stefan Alber

Mittwoch, 23. Januar 2019, 20.30 Uhr 


Stefan Alber, Umbrella 122017, 
C-Print, Dimension variabel


In seinen Bildern, Objekten und Installationen beschäftigt Stefan Alber sich mit der Vielschichtigkeit der Beziehungen und Grenzen von Fotografie, Malerei, Skulptur und Architektur. Ausgehend von einem Raum, einem Objekt oder einer Situationen entwickelt er spezifische Fragestellungen mit denen er Prozesse, Produktionstechniken, Sehgewohnheiten oder soziale Zusammenhänge hinterfragt. Dabei experimentiert Stefan Alber mit der Wirkungskraft von Materialien und Oberflächen, knickt, faltet oder kombiniert sie, ähnlich einem Baukastensystem, mit Modulen aus Alltagsobjekten und Fundstücken. Viele seiner Arbeiten lehnen sich an Vorbilder an oder zitieren kunstgeschichtliche oder gesellschaftliche Ereignisse. Die Recherche ortsspezifischer Gegebenheiten spielt eine übergreifende Rolle.

www.stefanalber.de

Helene Appel

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 20.30 Uhr



Helene Appel, Seelachs, 2018,
Enkaustik und Öl auf Leinen,  25.7 × 14.2 cm




Aussehen und Größe von Helene Appels gemalten Bildern bestimmen sich durch ihre Bildgegenstände. Diese, alltäglich und vertraut, wie Haufen von Sand, Wasserpfützen, Fleisch, Stoff, Plastik sind im Massstab eins zu eins und einzeln auf je eine unbehandelte Leinwand gemalt. 
Losgelöst vom räumlichen Umfeld dargestellt, erhalten die Gegenstände die volle Aufmerksamkeit im Detail und werden doch als Form wahrgenommen.  Jedem Objekt wird erlaubt ein Bild zu gestalten und strukturieren.

Helene Appel (*1976 in Karlsruhe) hat an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und am Royal College of Art in London Malerei studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Albert Weis

Mittwoch, 05. Dezember 2018, 20.30 Uhr


Im Zentrum für Aktuelle Kunst, Alte Kaserne, Zitadelle Spandau, Am Juliusturm 64, 13599 Berlin.


Albert Weis, parade, 2006/2018, Videoprojektion,
gekantete Lochbleche, Größe variabel

Die Ausstellung changes präsentiert skulpturale, fotografische und filmische Arbeiten des Berliner Künstlers Albert Weis (*1969 in Passau). Zentrales Thema seiner Kunst sind die Brüche und produktiven Leerstellen in der Moderne sowie in der deutschen und europäischen Geschichte. 
Ausgehend von architektonischen Inkunabeln, wie beispielsweise Hans Scharouns Berliner Philharmonie, entwickelt Weis, der an der Akademie der bildenden Künste in München Bildhauerei studierte, analytisch angelegte Re- bzw. Neu-Inszenierungen räumlicher, visueller und atmosphärischer Art. Seine multidimensionalen Settings bewegen sich dabei selbst an der Schnittstelle zwischen Architektur und Display, zwischen technischer Konstruktion und künstlerischem Objekt. Sie schaffen Räume im Raum und eröffnen im Transfer der Formen in einen veränderten Kontext neue assoziative Zugänge zur Architekturtheorie der Moderne und ihren utopischen Inhalten. Im Zentrum der Ausstellung changes stellt Albert Weis eine bewusste Referenz an die perfekte Renaissanceform des sternförmigen Zitadellengrundrisses  im sog. „Lynarplan“ von 1578 her. Im Abgleich mit formalen Konstanten moderner Architekturen von Hans Scharoun, Bruno Taut, Mies van der Rohe oder Walter Gropius weitet der Künstler so den Blick auf soziale und politische Fragestellungen im Kontext von Architektur, Staat, Krieg und Identität. 
(Ralf F. Hartmann) 

 http://www.albertweis.com

Peter Dobroschke

Mittwoch, 28. November 2018, 20.30 Uhr



 Stefan Alber und Peter Dobroschke, Immobiliengarderobe2018

In meiner künstlerischen Arbeit setze ich die Rahmenbedingungen des Kunstschaffens in den Fokus meiner Betrachtung. Ob Ausstellungsraum oder Atelier, der Raum in dem Künstler mit ihrer Umgebung, dem Schaffen  und letztendlich vorwiegend auch mit sich selbst konfrontiert werden, dient mir als Bühne einer eigenen Autopsie. 
So entstanden in den letzten Jahren Videos, Fotos und Raumskulpturen, welche die starren Sehgewohnheiten beim klassischen Kunstkonsum optisch wie auch inhaltlich hinterfragen.

Aus aktuellem Anlass habe ich zusammen mit Stefan Alber während der Sommerausstellung Ufer Open 2018 in den Uferhallen die Installation Immobiliengarderobe  gezeigt. Mein Atelier diente hier - widersprüchlich zu den angekündigten „offenen Ateliers“ – als hermetisches Schaufenster zur Präsentation einer Status-Quo-Skulptur aus der Planungswerkstatt vom absurden Immobilienbuffet an der Panke - von der Realität stetig inspiriert bis irritiert.

Peter Dobroschke im November 2018 


www.peterdobroschke.de


Robert Estermann

Mittwoch, 14. November 2018, 20.30 Uhr


Robert Estermann | Spectacular Interferometry (detail) |
Archive Kabinett, Berlin 2018


Die Vielzahl der von Robert Estermann eingesetzten künstlerischen Techniken verdankt sich seinem intensiven Interesse an der Neuentwicklung experimenteller Arbeitsweisen, durch die er zwischen körperlicher Erfahrung, realen und imaginären Räumen zu vermitteln sucht. Sein bildnerischer Grundimpuls liegt von Beginn an im Performativen, das seither neue Kommunikationswege – vor allem in der Zeichnung – erschlossen und sich dadurch in erheblichem Masse ausdifferenziert hat. Gerade im Zeichnerischen hat sich Estermann in den vergangenen Jahren ein reiches Ausdrucksspektrum erschlossen: Konnte er bereits mit seinen frühen, meist kleinformatigen Bleistiftzeichnungen erhebliche Wirkungsmächtigkeit schaffen, so arbeitet er inzwischen bei seinen Zeichnungen mit schwarzen Faserstiftlinien an etwas unerhört Gewagtem, riskiert mit jedem Blatt etwas, das im heutzutage eigentlich massiv besetzten Gebiet der freien künstlerischen Zeichnung kaum mehr möglich erscheint: Man hat es vor den oft seriell angelegten Blättern nie bequem, sie sind direkt, und sie zeigen unseren durch allzu viel abgestandene Virtuosität verzogenen Augen, dass der Künstler mit voller Überzeugung das Neue sucht. Sie sind anspruchsvoll, insofern sie kompositorische, linguistische, morphologische und topologische Sünden, Überschreitungen, Volten und Sprünge riskieren, die herkömmliche Vorstellungen, etwa vom „Gelungensein“ einer Zeichnung oder eines Bildes, unterlaufen. Das vermeintlich Naive oder Triviale entfaltet sich bereits bei minimalem Eigeneinsatz von Vorstellungskraft in reale und vorgestellte Räume hinein, führt subtile Unterhandlungen zwischen individuellen und gesellschaftlichen Zukunftserwartungen, zwischen subkulturellen, erkenntniskritischen und identitätsbezogenen Bildbegriffen. Es verzeichnet die Bruchstellen zwischen den verschiedenen Medien und Techniken deutlich und erkennt sich in der radikalen Ausübung von Freiheit als eigentlicher künstlerischer Tätigkeit wieder. 
Estermann Zeichnen sucht sich immer wieder neue Gründe – im buchstäblichen und im übertragenen Sinn. So nutzt zum Beispiel seine zeichnerische Installation „Reflections on Windowpanes in a Cartoon with Ourselves as Evolving Fictions“ (2005-2015) die Oberfläche der Fensterscheiben des betreffenden Ausstellungsraums. Der Titel beschreibt, was man (vielleicht nicht auf den ersten Blick) sieht: Das aus parallelen Faserstiftstrichen gebildete, in Comics und Karikaturen konventionalisierte Zeichen für spiegelnde oder halbtransparente Glasflächen, das hier auf realen Fenstern angebracht wurde. Dann aber bezieht sich der Titel auch auf eine andere Ebene, die emphatisch in den Raum der Betrachter/innen ausgreift und diese mit der vereinnahmenden Wortwahl des „uns“ („ourselves als evolving fictions“) in ein utopisch-gesamtgesellschaftliches Experimentieren einbezieht, bei dem die Identitäten der Einzelnen als sich entfaltende Entwürfe verstanden werden. Die Reflektionslinien auf den Fensterscheiben sind materiell gewordene Superzeichen, die nicht nur die unterschiedlichen Realitätsstufen von Innen und Außen eines Raums erlebbar machen, denn sie zeigen mit Schlichtheit und Eleganz, wie einfach platzierte Striche dem Bewusstsein aus dem konkreten Erleben heraus Zugang zu anderen, neuen, zukünftigen Realitäten verschaffen.
Das Gestische, vorwärts Tastende versteht Estermann nicht nur im Zeichnerischen als performativen Akt auf, der auf bereits definierte (Kunst-)Räume ausgreift – auch in anderen Medientechniken versucht er das materielle, körperliche  Substrat des Erinnerns, des Erkennens und Vorstellens mit ins Bild zu setzen und Betrachter/innen verfügbar zu machen. In seinem seit einigen Jahren entwickelten Web-Projekt riding.vision erforscht er mit filmischen und fotografischen Mitteln die affektiven Potenziale der Immersion in eine reale Vorstellungswelt, in der sich das Reiten zu Pferd an endlosen Stränden von der kulturell etablierten Metapher zur ernst gemeinten Zukunftsvision entwickelt, dabei aber queere und subkulturelle Konnotationen gleichberechtigt neben andere Erkenntnisformen setzt.

Text: Clemens Krümmel

Tatiana Echeverri Fernandez

Mittwoch, 07. November 2018, 20 Uhr

 


Tatiana Echeverri Fernandez | back: Lines I, (detail), front: Velocity quotation |  
MaRS Gallery, Los Angeles 2017 | Foto: Tatiana Echeverri Fernandez

Meinem künstlerischen Interesse entstammt die Auseinandersetzung und Recherche mit dem menschlichen Körper und seinem Gedächtnis.Ich vertrete in meiner Arbeit die These, dass alles Stoffliche, sowie Material und Objekte immer lebendig sind und die Vergangenheit sowie die Zukunft als Information in sich tragen und reflektieren.Daraus hervorgehend sehe ich eine wichtige Verbindung zwischen dem Menschen und seiner Corporeality zu den stofflichen Dingen wie Materialien und Objekten, die eine Weiterführung des Körpers darstellen.
Die Fragmente und Fundstücke, die ich aus ihrer alltäglichen und funktionalen Umgebung herauslöse, sehe ich als Teil einer Kartografie bzw. eines Gewebes, welches sowohl in einer strukturellen als auch gesellschaftlich politischen Ordnung steht. Obsolete Objekte und historische Formen werden von mir neu erarbeitet, um komplexe Alternativen zu ihren vorherigen Funktionen und ideologischen Referenzen vorzuschlagen.

Claudia Wieser

Mittwoch, 17. Oktober 2018, um 20:30 Uhr



Claudia Wieser | Chapter | Marianne Boesky Gallery | 2018

“You can step on those,” says Claudia Wieser, referring to a pair of large reflective plates on the floor. “They’re just steel.” Her studio is clearly also a workshop. Her casual way with the ceramic tiles and metals scattered around the room is a sign that, before studying at the Academy of Fine Arts in Munich, the Bavarian artist (b1973, Freilassing) trained as a blacksmith. 
But with her classically modernist aesthetic – like the interiors of the Bauhaus Meisterhäuser in Dessau, but in a more dusty colour pallet – Wieser’s interest lies not just in materials, but in cultural histories as well. Her meticulous drawings of geometric patterns, often with gold leaf applied, have a ritual quality that is reminiscent of the esoteric pioneer of abstraction Hilma af Klint, and, as such, engage the more spiritual elements of modernism, prevalent especially in the Weimar Republic. However, Wieser’s work departs from her early 20th-century counterparts in its acute self-awareness – one that is realised, as she mobilises her objects to become props in a theatre setting.
Mirrors and large-scale collages play games with dimensionality and perspective, making her work as alluring as it is disorienting. Outside the art gallery, for instance at Munich airport or in corporate offices, Wieser’s tasteful assemblages would almost pass for decoration, but, as Jacques said in Shakespeare’s As You Like It: “All the world’s a stage.” And on a stage, nothing is simply decor: this is what the artist wants to remind us.
by KRISTIAN VISTRUP MADSEN (excerpt from an interview in Studio International published 09/03/2018)

Michaela Eichwald

Mittwoch, 10. Oktober 2018, um 12:00 Uhr

 

Adresse: Isabella Bortolozzi Galerie, Schöneberger Ufer 61, 10785 Berlin, später gehen wir in den Ausstellungsraum "Eden Eden".

Michaela Eichwald | Making of Freie Bahn ins Glück  | Inventur | Juli 2018



Wir treffen uns in der Ausstellung: 
IST DOCH KEIN ZUSTAND
Ungeklärtheitszustände
als Voraussetzung für
die Suchende soll dahin
gehen


Michaela Eichwald beantwortet Fragen, sofern diese nicht zu schwierig sind.

Ulrike Flaig

Mittwoch, 12. September 2018, um 20:30 Uhr


Ulrike Flaig Deutschlandtrilogie| Stahlblechpressung, verschiedene Schlägel für
Percussion, Malerfilz | ZKM Karlsruhe | 2017 | Foto: Frank Kleinbach

Ulrike Flaigs Arbeiten begeben sich auf die Suche nach dem, was den Menschen und die Gesellschaft bestimmen. Themen wie Zeit und Raum lotet sie konzeptuell und mit verschiedensten Medien aus, auch als Notationen auf Papier oder Installationen. Skulpturen werden dann vor Ort aus der Körperbewegung heraus entwickelt, die sich wieder an Geräuschen oder Sounds orientieren. Durch Vervielfachung von chaotischen Formen entstehen Ordnungen und Systeme. Sie findet „Kristallisationsfelder“, „Knotenpunkte“ an denen Inhalte ins Blickfeld rücken: Was hat gesellschaftliche Relevanz, wo gibt es kulturelle Schwerpunkte, was besitzt Kultcharakter, wie funktioniert Wahrnehmung, wie definiert sich künstlerische Identität. 

Text: Susanne Rockweiler


Tilman Wendland

Mittwoch, 5. September 2018, um 20:30 Uhr


Tilman Wendland | Ohne Titel  | Hartfaserplatte, Holz | 
MMIII Kunstverein Mönchengladbach | 2016 



Tilman Wendlands Arbeiten handeln vom Aktivieren räumlicher Eigenheiten sowie von der visuellen Vereinnahmung eines Ortes. In Installationen versucht er freigelegte Charakteristika einer bestehenden Architektur zu betonen und ephemere Materialien wie PVC, Papier, Karton oder Faserplatten so einzupassen, dass sie sich mit dem Vorhandenen verbinden und der Raum selbst Teil des Werkes wird.

Eva Berendes

Mittwoch,  27. Juni 2018, um 20:30 Uhr



Eva Berendes | Galerie Jacky Strenz | Frankfurt | 2018 | Foto: Wolfgang Günzel


Martin G. Schmid

Mittwoch,  20. Juni 2018, 20:30 Uhr 



Martin G. Schmid Ikonodulen |  verkohlt Holzkohle | ca. 30 x 40 cm | 2017


Die vergessene Geschichte der Abstraktion

In den vergangenen Jahren insbesondere nach der Jahrtausendwende wurde in der zeitgenössischen Kunst die Abstraktion des 20. Jhdts. reichhaltig und sehr deutlich wiedererkennbar produziert und reproduziert. Zudem wurde sie im Kunstdiskurs intensiv behandelt. Das hat seine berechtigten Gründe. Dabei ging es aber immer nur um eine Abstraktion der Moderne in Europa oder dem sog. Westen. Meine Setzung ist derart, dass ein bestimmter Strang der Abstraktion sich auf das zweite Gebot vor bereits 4000 Jahren bezieht, als das Gebot “...du sollst dir kein Bildnis machen...”, das im Orient, genauer bei den Israeliten auftauchte. Seither gibt es dieses äusserst produktive Missverständnis des Bildverbots, das soviel geschaffen und zerstört hat. Beispielsweise sei das Bildverbot im Islam genannt, das gleichzeitig einen virtuosen Umgang mit Typografie und Ornament als Bildersatz hervorbrachte, heute aber beispielsweise zu Bildzerstörung durch den IS geführt hat. Oder man kann die zwei Bilderstreite in Byzanz der Ikonodulen und Ikonoklasten aufrufen, aus denen die Orthodoxen Kirchen mit dem malerischen Format der Ikone hervorgingen. Oder auch der Bildersturm der Reformatoren sei genannt (insbesondere durch Zwingli in Zürich), der zur Erfahrung des leeren, abstrakten Raums der Kirche führte. Vor allem aber zog sie die Gegenreformation als Barock und bildgewaltigste Epoche im Okzident nach sich, deren Opulenz bereits wieder eine Nähe zur Abstraktion aufweist. Diese Auseinandersetzung ist natürlich sehr aktuell, gerade hinsichtlich einer ästhetischen Verständigung zwischen Orient und Okzident, was unweigerlich eine diskursive und politische Dimension in sich trägt. 

Bei unserem Atelierbesuch wird es also darum gehen, verschollene, historische Strukturen freizulegen, die unser Welt- und Kunstverständnis prägen. Diese Strukturen können wir so in die Gegenwart und eine Zeitgenossenschaft überführen. Gezeigt wird dieser Zusammenhang anhand einiger älterer Arbeiten, die sich ästhetisch maximalistisch und barock orientieren. Solche Arbeiten werden kontrastiert mit neuen Gebilden, die sich minimalistisch und reduziert orientieren. Gerde das Verschliessen/ Verkohlen von Bildern öffnet die Möglichkeit ihre Konzeptualität explizit handzuhaben. Hier werden wir quasi an einem geheimen Seitenarm aus dem Malerhemd von Ad Reinhardt direkt dessen Bilder als schwarzes Loch sehen können. Doch es ist nicht nur ein räumlicher, sondern auch ein zeitlicher Blick. Daher besteht das Wagnis in der Schwärze den binären Code von G.W. Leibniz entdecken zu können und diesen bezüglich unserer Zukunft interpoliert zu erhalten. Mal schauen!




Heike Gallmeier

Mittwoch, 13. Juni 2018, 20:30 Uhr


Heike Gallmeier | Projektive Geometrie | Installation | 400 x 300 x 250 cm | 2017


In meiner Arbeit verbinden sich Elemente von Skulptur, Malerei und Fotografie zu Installationen. Ich verarbeite gefundene Materialien zu skulpturalen Installationen, aus denen meist Fotografien entstehen. Die jeweilige Installation ist für einen speziellen Blickwinkel – den der Kamera – gebaut. Der dreidimensionale Raum wird von vornherein auf die spätere flächige Wahrnehmung im Foto hin angelegt. Meine inszenierten Fotografien integriere ich als freistehende Elemente wiederum in installative Räume. Es geht mir dabei nicht nur um fertige Arbeiten, sondern auch darum, einen Prozess zu erzeugen, in dem Materialien, Objekte und Abbildungen kontinuierlich zwischen unterschiedlichen Techniken, Kontexten und Wahrnehmungsebenen zirkulieren.
Der Prozess des Sammelns von Gegenständen und Materialien als ungerichtete Bewegung im urbanen Raum ist ein wichtiger Bestandteil meines Arbeitsprozesses. Dinge, die als wertlos gelten, erhalten durch die aufmerksame Betrachtung ihrer Eigenschaften und Oberflächen und Einbindung in neue Kontexte wieder Wert und Bedeutung.
Bei dem Reise- und Ausstellungsprojekt „Vertigo“ bin ich in einem zum mobilen Wohnatelier umgebauten Transporter von Berlin nach Northampton gereist und habe während dieser Reise aus gefundenen Materialien temporäre Installationen gebaut. Auf dem Weg durch Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich und Großbritannien hat sie Autobahnen und Hauptstraßen vermieden. Anstatt die kürzeste Route zu wählen bin ich auf Landstraßen und durch Wohngebiete gefahren. An meinem Ziel, dem NN Contemporary Art in Northampton, angekommen, habe ich den Innenraum des Transporters in den Ausstellungsraum versetzt und, zusammen mit großformatigen Fotografien, die auf dem Weg gefundenen Materialien zu neuen Installationenverarbeitet.