Eva-Maria Wilde

Mittwoch, 04. März 2026 um 19 Uhr

Das Gespräch findet in der aktuellen Ausstellung Beton der Künstlerin bei Rahmen & Kunst in der Winsstraße 70, 10405 Berlin statt.

Eva-Maria Wilde, Installation, 2006 (Detail), Klebeband/Klebefolie auf MDF/Wand, Maße variabel
Bewohnte und verlassene, entwertete, zerstörte oder unvollendete Großstadtarchitektur und utopische Bauobjekte sind zentrales Thema Eva-Maria Wildes Arbeit, das sie in Collagen, Malereien, Objekten und Installationen behandelt. Diese Versatzstücke urbaner Strukturen werden durchbrochen und erweitert durch Schaltpläne kultureller Anwendung: Bilder, die Auflistungen einer individualisierten Sicht und Praxis verschiedener Ikonographien, Epochen und Kulturkreise sind. Es sind Gedächtniskarten über die Entstehung, Verbreitung und Weiter-entwicklung unseres kulturellen und gesellschaftlichen Verstehens und Erinnerns, deren Manifestation in der gebauten Architektur sichtbar wird. In begehbaren All-over Rauminstalla-tionen stellt Wilde Malerei, Collagen aus Found Footage, Lackbilder, Turmskulpturen und Objekte gegenüber. Fotografische Notationen ihrer Reisen verdichtet Wilde in sorgfältig gestalteten Fotobüchern zu einem vielschichtigen komplexen Erinnerungsspeichern.

Eva-Maria Wilde wurde 1972 in Dresden geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte von 1991-97 an der HFBK Dresden und war von 1997-99 Meisterschülerin ebenda. Wilde erhielt das sächsische Landesstipendium, das Atelierstipendium der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank AG in Frankfurt am Main und den Marion Ermer und den Hegenbarth Preis. Ihre Arbeiten sind in verschiedenen Sammlungen, wie der Hessischen Landesbank FFM, der Kunstsammlung Bosch Berlin und der Kunstsammlung der Deutschen Bank AG vertreten.








 


 



 


Tatiana Echeverri Fernandez

Mittwoch, 25. February 2026 um 18 Uhr
Das Gespräch findet im Atelier der Künstlerin statt.

Tatiana Echeverri Fernandez, Time Moving Back Meets Time Moving Forward, 2026

Tatiana Echeverri Fernandez arbeitet an der Schnittstelle von Skulptur, Installation, Performance und technologischer Materialforschung. Ihre Praxis untersucht die Wechselwirkungen von Natur, industriellen Prozessen und digitaler Produktion im Kontext des Anthropozäns.

Im Zentrum stehen Fragen nach Materialgedächtnis, Transformationsprozessen und den kulturellen Narrativen von Fortschritt. Mit Verfahren wie 3D-Druck in Ton, hybriden Materialkombinationen und performativen Settings entwickelt sie Arbeiten, die technologische Systeme nicht nur nutzen, sondern kritisch reflektieren.

Ihre Projekte bewegen sich zwischen archäologischer Rekonstruktion und spekulativer Zukunftsforschung. Sie versteht Skulptur als prozessuales Gefüge – als Ort, an dem Körper, Maschine und Umwelt in ein temporäres Beziehungsnetz treten.

www.tatianaecheverri.com

Wolf von Kries

Samstag, 14. Februar 2026, 16.30 Uhr

Das Gespräch findet in seiner Ausstellung Warten bis es wieder heller wird bei         
SH( )P in der Kastanienallee 40 in 10119 Berlin statt.



Wenn man sich im Spätsommer morgens in den Laden setzt und die Sonne durch den Kastanienbaum ins Schaufenster scheint, beginnt  alles mit einem kleinen Lichtpunkt oben rechts im Fensterkreuz. Allmählich tauchen weitere auf, bilden Gruppen, die sich mit den Ästen des Baumes im Wind wiegen oder plötzlich aufleuchten und gemeinsam in einer Diagonale unmerklich langsam die Scheiben hinunterziehen, bis sie schließlich am Boden angekommen sind. Diese Projektion wird filmisch aufbewahrt.

Ein halbes Jahr später, gegen Ende des Winters, stehen in den Regalen des Ladens eine Reihe von Gläsern, deren meist organische Inhalte unterschiedliche Transformationsprozesse durchlaufen. Wurzeln, Kakteen, Früchte oder Nüsse gären, fermentieren, kristallisieren und reifen in dem Intervall zwischen zwei Verkaufsveranstaltungen. Es sind Gläser oder Rezepte von Freunden des Künstlers, die diese für die Ausstellung angesetzt haben. Angereichert mit eigenen Referenzen und Assoziationen entsteht ein Reigen aus Transformationen und sich fortschreibenden Mustern. Der Sommer wird konserviert, in einem Vakuum. Wenn ein Kind einen Laden betritt, erscheint er als Wunderkammer versammelter Dinge. Die Logik des Kaufens verschwindet. Im Schaufenster bleibt das Licht des Sommers.



Silva Agostini

Mittwoch, 28. Januar 2026, 18 Uhr

Das Gespräch findet in Agostinis Ausstellung Around Living Things bei SH( )P in der Kastanienallee 40 in 10119 Berlin statt.



Around Living Things umfasst eine Reihe von collagierten Bildkompositionen, die in Zeichnungen umgesetzt wurden. Sie beschäftigen sich mit skulpturalen Darstellungen antiker Schauspieler aus griechischen und römischen Komödien, die sich durch ihre charakteristischen Masken auszeichnen. Durch digitale und analoge Überlagerungen werden die maskierten Figuren, die normalerweise in der Stille des Museums stehen, hier in einen direkten Dialog mit der Dynamik des Lebens gebracht und untersuchen die Kontinuitäten und Transformationen von Ausdrucksformen über Jahrtausende hinweg. In den Zeichnungen sind diese alten Komödianten nicht nur historische Artefakte, sondern zeitlose Spiegel von Emotionen und Rollen. Sie erzählen von universellen Mustern des Seins, vom Spiel mit Masken und Selbstdarstellung. Zwischen Antike und Gegenwart entsteht ein Kontinuum künstlerischen Erzählens. Eines, das die Frage aufwirft, wie die Menschheit sich selbst wahrnimmt und inszeniert.