Tatiana Echeverri Fernandez

Mittwoch, 25. February 2026 um 18 Uhr
Das Gespräch findet im Atelier der Künstlerin statt.

Tatiana Echeverri Fernandez, Time Moving Back Meets Time Moving Forward, 2026

Tatiana Echeverri Fernandez arbeitet an der Schnittstelle von Skulptur, Installation, Performance und technologischer Materialforschung. Ihre Praxis untersucht die Wechselwirkungen von Natur, industriellen Prozessen und digitaler Produktion im Kontext des Anthropozäns.

Im Zentrum stehen Fragen nach Materialgedächtnis, Transformationsprozessen und den kulturellen Narrativen von Fortschritt. Mit Verfahren wie 3D-Druck in Ton, hybriden Materialkombinationen und performativen Settings entwickelt sie Arbeiten, die technologische Systeme nicht nur nutzen, sondern kritisch reflektieren.

Ihre Projekte bewegen sich zwischen archäologischer Rekonstruktion und spekulativer Zukunftsforschung. Sie versteht Skulptur als prozessuales Gefüge – als Ort, an dem Körper, Maschine und Umwelt in ein temporäres Beziehungsnetz treten.

www.tatianaecheverri.com

Wolf von Kries

Samstag, 14. Februar 2026, 16.30 Uhr

Das Gespräch findet in seiner Ausstellung Warten bis es wieder heller wird bei         
SH( )P in der Kastanienallee 40 in 10119 Berlin statt.



Wenn man sich im Spätsommer morgens in den Laden setzt und die Sonne durch den Kastanienbaum ins Schaufenster scheint, beginnt  alles mit einem kleinen Lichtpunkt oben rechts im Fensterkreuz. Allmählich tauchen weitere auf, bilden Gruppen, die sich mit den Ästen des Baumes im Wind wiegen oder plötzlich aufleuchten und gemeinsam in einer Diagonale unmerklich langsam die Scheiben hinunterziehen, bis sie schließlich am Boden angekommen sind. Diese Projektion wird filmisch aufbewahrt.

Ein halbes Jahr später, gegen Ende des Winters, stehen in den Regalen des Ladens eine Reihe von Gläsern, deren meist organische Inhalte unterschiedliche Transformationsprozesse durchlaufen. Wurzeln, Kakteen, Früchte oder Nüsse gären, fermentieren, kristallisieren und reifen in dem Intervall zwischen zwei Verkaufsveranstaltungen. Es sind Gläser oder Rezepte von Freunden des Künstlers, die diese für die Ausstellung angesetzt haben. Angereichert mit eigenen Referenzen und Assoziationen entsteht ein Reigen aus Transformationen und sich fortschreibenden Mustern. Der Sommer wird konserviert, in einem Vakuum. Wenn ein Kind einen Laden betritt, erscheint er als Wunderkammer versammelter Dinge. Die Logik des Kaufens verschwindet. Im Schaufenster bleibt das Licht des Sommers.