Viola Bittl

 Samstag, 18. April 2026 um 16 Uhr

 

Das Gespräch findet statt in der aktuellen Ausstellung der Künstlerin,

in der Walter Storms Galerie, Potsdamer Str. 81 A, 10785 Berlin.

 

Viola Bittl, sieben jahre, Installationsansicht, Walter Storms Galerie, Berlin, 2026

Foto: Cem Yuecetas




Mit der Einzelausstellung sieben jahre präsentiert die Walter Storms Galerie einen Überblick über die Werke der vergangenen 7 Schaffensjahre von Viola Bittl. 
 
Die Ausstellung markiert einen Moment der Rückschau, der zugleich als Endpunkt und Neubeginn lesbar ist. 
Der Titel fungiert zunächst als zeitliche Klammer. sieben jahre versteht Zeit nicht als lineare Erzählung, sondern als Verdichtung. Als Zeitraum in dem sich Prozesse, Ideen und formale Entscheidungen bündeln und in der Ausstellung zusammengeführt werden. In Bittls Malerei wird Zeit nicht abgebildet, sondern schreibt sich als Spur in die Schichtung der Farbe ein.
Bittl greift in ihren Bildern die gedankliche Klarheit und reduzierte Formensprache der Moderne auf. Sie hinterfragt die historischen Grenzen der Abstraktion und entwickelt eine Bildästhetik, die geometrisch-biomorphe Formen mit kunsthistorischen Bezügen verbindet und neu verhandelt.









Laurence Egloff

Mittwoch, 15. April 2026 um 18 Uhr

Das Gespräch findet im Atelier der Künstlerin statt.

 

Laurence Egloff, Ohne Titel (23.03.2026),
Öl auf Leinwand (40 x 30 cm), 2026



Ich habe ein starkes Interesse an Wiederholungen und Variationen, da ich in den Techniken des Druckbildes (Siebdruck, Gravur, Lithografie) ausgebildet wurde. Dies  spiegelt sich in meiner bildnerischen Praxis wider. Durch eine Wiederaufnahme bestehender Bilder, die sowohl aus dem gemeinsamen figurativen Repertoire (Verpackungen von Konsumgütern, Kinderbilder, Familienfotos) als auch aus der Kunstgeschichte (Tiepolo, Botticelli, Velázquez, Goya, Tintoretto, David...) stammen, vollziehe ich eine Aneignung der Bilder, eine Art Kodierung. 
Für mich geht es darum, diese Bilder in meine eigene plastische Sprache zu übersetzen, auf Leinwand, Papier, Wandteppichen und anderen nicht „edlen", einfachen Trägern. 
Durch mein wiederholendes Zeichnen integriere ich einige dieser Motive, ohne dabei ihren figurativen oder narrativen Aspekt wiederzugeben, sondern indem ich meine eigene räumliche Lesart davon vermittle. Diese ist ganz bewusst neutral und mechanisch in ihrer Ausführung. Von ihrer ursprünglichen Bedeutung befreit, erhalten diese Bilder ein Eigenleben und fügen sich in ihre neue Welt ein.
Ich stelle nach dem Malen fest, dass die Motive, sobald sie ihrer narrativen Bedeutung entledigt sind, für den Betrachter, die Betrachterin wieder erkennbar werden. Sie vermitteln ihm ein Gefühl einer Vertrautheit auch wenn er nicht in der Lage sein kann, (da er den Ursprung nicht kennen kann,) den tatsächlichen ursprünglichen Grund dieses „Déjà-vu" zu benennen.
Laurence Egloff