Sabine Laidig

Mittwoch, 06. Juni  2012,  20.00 Uhr

in den Räumen von dr.julius|ap
Leberstraße 60, 10829 Berlin 




Pressetext:
 
CHROMA versammelt in den Räumen von dr. julius | ap eine systematisch durchgearbeitete Reihe von Arbeiten in gleicher Größe, die sich dem Phänomen der Farbe und ihres Klangs auf grundlegende Art und Weise nähern. Augenscheinlichste und charakteristischste Merkmale sind dabei die extreme Reduktion der Mittel auf wenige Farbpigmente und die geringfügige Variation der Rhythmen ihrer Streifen und Raster. So erzeugt sie feinste Nuancen von Lichträumen, die sich dem genauen Betrachten eröffnen – und nur im Original ihre volle Wirkung entfalten. Denn trotz aller technischen Möglichkeiten ist keine Reproduktion in der Lage, den vollen Umfang des Zusammenspiels von Farbauftrag, Bildrhythmus und Lichtwirkung ihrer Arbeiten einzufangen.

Begleitend zu der Werkgruppe auf MDF gemalter Arbeiten werden Sabine Laidigs vorausgehende Zeichnungen zu sehen sein, in denen sie den Bildraum und die Rhythmen der einzelnen Raster untersuchte. Auch in ihnen ist es die auf wenige wesentliche Elemente zurückgeführte Klarheit des konstruierten Bildraumes, die dem Betrachter das Erkennen von feinsten Variationen ermöglicht.

Sämtliche Arbeiten der Ausstellung sind speziell für die Räume von dr. julius | ap gefertigt worden, aus deren geometrischen Verhältnissen Sabine Laidig sowohl deren Anzahl als auch den Rhythmus der Hängung entwickelt hat.

Maik Teriete

Mittwoch, 02. Mai um 20 Uhr

Möckernstrasse 68, 10965 Berlin 



 o. T., 50 x 150 cmFloatglas, Faden2011

"Mit reduzierten Mitteln, z. B. einem Baumwollfaden auf einer Glasscheibe, und mit größter formaler Präzision arbeitet Maik Teriete an seinem Werk. Sorgfältig werden die Fäden um die durchscheinende Trägerplatte gewickelt und bilden somit eine Struktur – fast so wie Linien auf einem Blatt Papier. Doch durch die Materialität des Fadens und durch die durchscheinende Qualität des Glases entsteht eine diaphane Plastizität. Durch Verdichtung oder Abstand dieser „plastischen Striche“ bilden sich Schattierungen von Grau bis Schwarz. Die auf der Rückseite des Glases sichtbaren Fäden stellen dabei eine parallele Ebene von Linien dar, die sich durch die Stärke der Glasplatte variieren lässt. Durch das Übereinanderschichten von zwei oder sogar drei mit Fäden umwickelten Glasplatten wird die Wirkung der behandelten Vorderseite, einer durchscheinenden Mitte (da, wo die Glasplatten aufeinander liegen) und eines Hintergrunds als ein Spiel von Leichtigkeit und Schwere gesteigert.
Durch Licht wird die Wirkung noch erhöht und lässt an Op-Art denken, obwohl der Künstler ganz unbeeinflusst von ihr ist und mit dem Baumwollfaden als künstlerischem Mittel eine fast haptisch zu nennende Komponente einbringt, die den Op-Art-Künstlern ganz fremd war. Doch auch bei Teriete entstehen irritierende optische Effekte. Die Fläche scheint in Bewegung zu sein und trotz des strengen, fast asketischen Grundcharakters der Arbeiten entwickeln sie ein faszinierendes eigenes Leben.
Die Wandarbeiten stehen als eigene Werkgruppen in engem Zusammenhang mit Terietes Raumskulpturen und Installationen. In unserer von visuellen Eindrücken überfrachteten Umwelt zwingen sie den Betrachter zur Konzentration und irritieren gleichzeitig durch eine körperlich spürbare Wirkung. In ihrem seriellen Charakter rühren sie an den Kern künstlerischer Erfahrung von Raum und Zeit."

Hans Gerhard Hannesen