Mittwoch, 10. Juni 2026 um 18.00 Uhr
Das Gespräch findet in der aktuellen Ausstellung bei after the butcher statt. Die Adresse lautet: Spittastr. 25, 10317 Berlin.
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| Thomas Bratzke aka ZASD, WEGE (zwischen Zeiten), 2026, Schriftzug aus Zeichnungen |
In meiner künstlerischen Arbeit verbinde ich Graffiti, urbane Intervention, Performance und Installation. Ausgangspunkt sind oft autobiografische Erfahrungen einer Kindheit und Jugend in der DDR sowie deren gesellschaftliche Prägungen, die ich aus heutiger Perspektive untersuche. Mich interessiert, wie sich politische Systeme, soziale Normen und Formen von Anpassung in Körper, Sprache und öffentlichem Raum einschreiben.
Der öffentliche Raum ist dabei ein zentraler Arbeitsort. Ich greife bestehende urbane Strukturen auf und verändere sie durch temporäre Eingriffe oder performative Handlungen. Diese Eingriffe sind bewusst situationsbezogen und oft flüchtig angelegt. Dokumentation ist Teil der Arbeit, nicht deren Ersatz.
Meine Arbeiten bewegen sich zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiver Geschichte. Subkulturelle Ausdrucksformen dienen mir als Werkzeug, um Fragen von Identität, Macht und individueller Handlungsmöglichkeit zu verhandeln. Mein künstlerisches Schaffen verstehe ich als prozesshafte Praxis, in der Erfahrung, Handlung und Reflexion eng miteinander verbunden sind.
Thomas Bratzke
Anna-Lena Wenzel ist in verschiedenen Rollen im Kunstfeld unterwegs – als Künstlerin, Kuratorin, Kritikerin und Vermittlerin. Unter anderem schreibt sie regelmäßig für das Berliner Kunstmagazin von hundert und war von 2019 bis 2024 Co-Leiterin des Projektraums Kleiner Raum für aktuelles Nichts in Kreuzberg. Mit Wissensspeicher (2015/16) und Klassenfragen – Kunst und ihre Produktionsbedingungen (2022/23) hat sie zwei Ausstellungen mit der nGbK realisiert und in der Galerie im Saalbau zu Formen des Kollektiven ausgestellt. Sie betreibt das Online-Stadtmagazin 99% Urban und den Radiosalon für Alltägliches – eine Sendung beim Freien Künstlerradio reboot.fm.
Zentrales Anliegen ihrer Praxis ist das In-Beziehung-setzen – seien es Menschen und künstlerische Arbeiten in ihrer kuratorischen Arbeit oder das Zueinander-stellen in ihren Collagen. Zudem sammelt sie Fundstücke im öffentlichen Raum, mit denen sie Fragen nach In-Wertsetzung-Prozessen und Urheberschaft aufwirft.
