Knut Eckstein

Mittwoch, 25. März 2026, 19 Uhr

spontane architektur  Das Gespräch findet im Atelier des Künstlers statt.

Knut Eckstein, spontane architektur, 2026

ke ist ok!
neben und vielleicht auch vor allem was kunst sein kann oder vorgibt sein zu können, ist kunst eine möglichkeit zur freiheit und knut ecksteins kunst ist frei: da ist ein karton nur deshalb an der wand verschnürt um schweben zu können und bedeutungen werden angedeutet um bedeutungsbezogenes denken und fühlen zum schwingen zu bringen. zwänge von semantik oder inhaltlicher zuschreibung werden ins haltlose überführt und formieren sich zu einem unscharfen und in seiner unschärfe aber ungemein präzisen traumraum, der scheinbar nirgendwo hin zu wollen scheint und genau deshalb erst mal weg von ‚hier und jetzt‘ führt.
räume der kontemplation für das vom kategorialen und kaltklar definierten enttäuschte und erschöpfte subjekt einer desillusionierten moderne. ist das eskapismus? nur wenn man vergisst, das ‚weg von hier‘ immer heissen muss: ‚woanders hin‘. 
nirgendwo ist ke‘s kunst so direkt in den raum gesetzt wie in ke‘s atelier: einer winzigen räumlichkeit im nirgendwo eines berliner hinterhofs, wo einem im erdgeschoss die tür sich öffnet: in einen chaotischen kosmos von materialien und dingen, die jede architektur vergessen machen, die sich von ganz alleine aufeinander beziehen zu scheinen und deren kunstgemachte spuren von farbe, verschnürung und zusammenstellung von selber sich ergeben zu scheinen. aber innerhalb dieser unordnung die ordnung so konsequent und effektiv transzendiert steht dann eben doch ke und sagt: ‚...ich mache das, aber ich bin noch nicht fertig!‘.
eric wunder, 2026

www.knuteckstein.com



Michalis Pichler

Donnerstag, 19.03.2026 um 16 Uhr

Das Gespräch findet in der aktuellen Ausstellung Chamäleons and Butterflies. Bibliodiversität im Zeitalter der Bibliophagie des Künstlers im IcI Berlin statt. Die Adresse lautet: Christinenstraße 18-19, 10119 Berlin. 


Michalis Pichler, Chamaeleon #288
Die Ausstellung verwandelt die Bibliothek des ICI Berlin in den Lebensraum bibliodiverser Arten. Alle ausgestellten Werke sind „Buchobjekte“ – Hybride aus einzigartigen Kunstwerken und massenproduzierten Artefakten, die zwischen Skulptur und Publikation oszillieren. Michalis Pichler verwendet antiquarische Bücher als Hauptmaterial und unterzieht sie chirurgischen Eingriffen, die ihre physische Fragilität und ihre kulturelle Widerstandsfähigkeit hervorheben. Durch präzise Schnitte, Entfernungen und Neuanordnungen werden diese einst vertrauten Bände zu veränderten Gebilden, die die verborgenen Strukturen ihrer Einbände, Ränder und Paratexte offenbaren. Diese Objekte regen die Besucher dazu an, neu zu überdenken, wo ein Buch beginnt und endet und wie viel entfernt oder verändert werden kann, bevor es zu etwas anderem wird.

Diese Ausstellung konzentriert sich auf zwei große Serien: „Butterflies“ und „Chameleons“. In „Butterflies“ öffnet, faltet und fächert Pichler Seiten auf, sodass sich die Fragmente wie Flügel über den Buchrücken ausbreiten und einen Moment des angehaltenen Fluges zwischen Lesbarkeit und Fragme nt einfangen. In „Chameleons“ werden die Tiere durch ihre Abwesenheit zum Leben erweckt. Sie wurden ausgeschnitten, um die dahinterliegenden Seiten freizulegen, wodurch sich ihre veränderten Formen nahtlos in ihre textuelle Umgebung einfügen, ähnlich wie die Reptilien, an die sie erinnern. Beide Serien wenden das klassische bildhauerische Verfahren der Substraktion an, wobei der jeweils bearbeitete Block in diesem Falle ein Buchblock ist.

Michalis Pichler macht sich seit gefühlter Ewigkeit um die Bibliodiversität verdient, als Künstler mit der Erfindung der recto-verso-collage (2002) und mit Werken wie New York Times flag profileNew York garbage flag profile und Un Coup de Dés Jamais N’abolira le Hazard (Sculpture), sowie auch als Organisator von Miss Read: The Berlin Art Book Fair & Festival (seit 2009) und dem Conceptual Poetics Dayauf dem seit 2013 die imaginäre Grenze zwischen bildender Kunst und Literatur erkundet wird.
Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehören Publishing Manifestos (MIT Press und Miss Read 2022), Coup de Dés (COLLECTION) (The Center for Book Arts und Spector Books, 2024), Pathosformeln #1&2 (COLLAGE, 2025) und (zusammen mit Pascale Obolo und Parfait Tabapsi herausgegeben) Reading Ecologies: Transforming Publishing in Africa (Miss Read 2025).






Kate Albrecht Fulton

Mittwoch, 18.03.2026, 19 Uhr

Das Gespräch findet in der aktuellen Ausstellung 'ma__n-if–––est' der Künstlerin bei HAUNT statt. Die Adresse lautet: Kluckstraße 23 A / Hof, 10785 Berlin. Die Ausstellung 'ma__n-if–––est'  ist Teil einer zweiteiligen Zwei_Personen_Ausstellung gemeinsam mit dem multidisziplinären Künstler Noé Sendas, die ebenfalls im Mai 2026 bei Kindred Spirit Projects in Lissabon präsentiert wird.

Kate Albrecht FultonCoordinates that Locate a point on a line, 2022

Visibility is not simply a matter of scale, illumination, or central placement. It is a negotiation between context, attention, and intention. 

In the exhibition 'ma__n-if–––est' Kate Albrecht Fulton's works variously confront, subvert, and embrace visibility as a condition of their existence. Some demand to be seen: they are bold, urgent, and unignorable. Others recede, or hide in plain sight — relying on curiosity, or slowness for their discovery. Together, they explore how visibility intersects with power, access, dispossession, and vulnerability. 

In her artistic practice that encompasses sculptural objects, spatial installations and architectural interventions, Kate examines the politics and tensions between the visible and the unseen to construct a psychological terrain that resides between abstraction and representation. She uses plasterboard like a skin to embed, conceal, reorient and graft entire objects into the architecture of galleries, creating presences whose belonging and origins are buried deep beneath the surface of visibility. 

Working with the ambivalent states of concealment and withdrawal, Kate's practice re-presents the remnants of existences that have been discarded, are in the process of disappearing or have long been erased from our awareness. She uses found and repurposed materials from the cast out elements of the urban environment to build subtle discrepancies and disturbances into existing infrastructures. Resulting in shifts in perception and meaning and the introduction of minimal disruptions into the system of the familiar.


Die Künstlerin wurde 1974 in Australien geboren und lebt seit 2008 in Berlin.

www.katealbrechtfulton.com


Johannes Regin

Freitag, 06. März 2026, um 15 Uhr

Das Gespräch findet in der aktuellen Ausstellung PUNKTSPIEL von Johannes Regin in der Galerie Inga Kondeyne statt. 



Punktspiel - deutet auf einen eigenwilligen Resonanzraum, der das Flüchtige, das Übersehene und das überhaupt Unperfekte umkreist. Die leisen Punktspiele von Johannes Regin fordern genaues Sehen und geduldiges Wahrnehmen ein. Kleinste Abweichungen, Spannungsverschie-bungen im Rhythmus seiner Punktraster, durchsickernde alte Farbspuren und Zeichenreste können in unser Bewußtsein rücken. Regin lässt sich auf das von ihm ausgewählte Material ein. Er weiß sofort, wie groß seine unzählbaren Punkte zu sein haben, erkennt, ob sie zeichnerisch oder malerisch aufgesetzt bzw. ins Material hineingestochen, -gestanzt oder reingemeißelt werden müssen. Fundstücke sind ein Gegenüber für ihn, er schaut in ihre Geschichten hinein. Liniengleiche Risse, klaffende Brüche - all diese Ebenen führt er mit seinen Überzeichnungen in ihrer Komplexität zusammen. Sanft berührend oder hart gesetzt, wird ein Schwebezustand hervorgerufen. Im Kontrast können die Rasterpunkte rhythmisierend zu überflutenden Wellen werden. Die Erinnerungsspuren unseres eigenen Netzwerkes schwingen mit, sie sind nicht fest-geschrieben. Sein eigenes minutiöses Regelwerk unterläuft Regin zunehmend mit selbst verursachten Spuren. Kräftige Farben kommen von den Rändern aus mit ins Spiel. Er fordert so weitere Eigenbewegungen heraus.



johannesregin.com

 

galeriekondeyne.de

Eva-Maria Wilde

Mittwoch, 04. März 2026 um 19 Uhr

Das Gespräch findet in der aktuellen Ausstellung Beton der Künstlerin bei Rahmen & Kunst in der Winsstraße 70, 10405 Berlin statt.

 

Eva-Maria Wilde, Installation, 2006 (Detail), Klebeband/Klebefolie auf MDF/Wand, Maße variabel
Bewohnte und verlassene, entwertete, zerstörte oder unvollendete Großstadtarchitektur und utopische Bauobjekte sind zentrales Thema Eva-Maria Wildes Arbeit, das sie in Collagen, Malereien, Objekten und Installationen behandelt. Diese Versatzstücke urbaner Strukturen werden durchbrochen und erweitert durch Schaltpläne kultureller Anwendung: Bilder, die Auflistungen einer individualisierten Sicht und Praxis verschiedener Ikonographien, Epochen und Kulturkreise sind. Es sind Gedächtniskarten über die Entstehung, Verbreitung und Weiter-entwicklung unseres kulturellen und gesellschaftlichen Verstehens und Erinnerns, deren Manifestation in der gebauten Architektur sichtbar wird. In begehbaren All-over Rauminstalla-tionen stellt Wilde Malerei, Collagen aus Found Footage, Lackbilder, Turmskulpturen und Objekte gegenüber. Fotografische Notationen ihrer Reisen verdichtet Wilde in sorgfältig gestalteten Fotobüchern zu einem vielschichtigen komplexen Erinnerungsspeichern.

Eva-Maria Wilde wurde 1972 in Dresden geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte von 1991-97 an der HFBK Dresden und war von 1997-99 Meisterschülerin ebenda. Wilde erhielt das sächsische Landesstipendium, das Atelierstipendium der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank AG in Frankfurt am Main und den Marion Ermer und den Hegenbarth Preis. Ihre Arbeiten sind in verschiedenen Sammlungen, wie der Hessischen Landesbank FFM, der Kunstsammlung Bosch Berlin und der Kunstsammlung der Deutschen Bank AG vertreten.