Freitag, 06. März 2026, um 15 Uhr
Das Gespräch findet in der aktuellen Ausstellung PUNKTSPIEL von Johannes Regin in der Galerie Inga Kondeyne statt.
Punktspiel - deutet auf einen eigenwilligen Resonanzraum, der das Flüchtige, das Übersehene und das überhaupt Unperfekte umkreist. Die leisen Punktspiele von Johannes Regin fordern genaues Sehen und geduldiges Wahrnehmen ein. Kleinste Abweichungen, Spannungsverschie-bungen im Rhythmus seiner Punktraster, durchsickernde alte Farbspuren und Zeichenreste können in unser Bewußtsein rücken. Regin lässt sich auf das von ihm ausgewählte Material ein. Er weiß sofort, wie groß seine unzählbaren Punkte zu sein haben, erkennt, ob sie zeichnerisch oder malerisch aufgesetzt bzw. ins Material hineingestochen, -gestanzt oder reingemeißelt werden müssen. Fundstücke sind ein Gegenüber für ihn, er schaut in ihre Geschichten hinein. Liniengleiche Risse, klaffende Brüche - all diese Ebenen führt er mit seinen Überzeichnungen in ihrer Komplexität zusammen. Sanft berührend oder hart gesetzt, wird ein Schwebezustand hervorgerufen. Im Kontrast können die Rasterpunkte rhythmisierend zu überflutenden Wellen werden. Die Erinnerungsspuren unseres eigenen Netzwerkes schwingen mit, sie sind nicht fest-geschrieben. Sein eigenes minutiöses Regelwerk unterläuft Regin zunehmend mit selbst verursachten Spuren. Kräftige Farben kommen von den Rändern aus mit ins Spiel. Er fordert so weitere Eigenbewegungen heraus.