Mittwoch, 25. März 2026, 18 Uhr
Das Gespräch Spontane Architektur findet im Atelier des Künstlers statt.
| Knut Eckstein, Spontane Architektur, 2026 |
ke ist ok!
neben und vielleicht auch vor allem was kunst sein kann oder vorgibt sein zu können, ist kunst eine möglichkeit zur freiheit und knut ecksteins kunst ist frei: da ist ein karton nur deshalb an der wand verschnürt um schweben zu können und bedeutungen werden angedeutet um bedeutungsbezogenes denken und fühlen zum schwingen zu bringen. zwänge von semantik oder inhaltlicher zuschreibung werden ins haltlose überführt und formieren sich zu einem unscharfen und in seiner unschärfe aber ungemein präzisen traumraum, der scheinbar nirgendwo hin zu wollen scheint und genau deshalb erst mal weg von ‚hier und jetzt‘ führt.
räume der kontemplation für das vom kategorialen und kaltklar definierten enttäuschte und erschöpfte subjekt einer desillusionierten moderne. ist das eskapismus? nur wenn man vergisst, das ‚weg von hier‘ immer heissen muss: ‚woanders hin‘.
nirgendwo ist ke‘s kunst so direkt in den raum gesetzt wie in ke‘s atelier: einer winzigen räumlichkeit im nirgendwo eines berliner hinterhofs, wo einem im erdgeschoss die tür sich öffnet: in einen chaotischen kosmos von materialien und dingen, die jede architektur vergessen machen, die sich von ganz alleine aufeinander beziehen zu scheinen und deren kunstgemachte spuren von farbe, verschnürung und zusammenstellung von selber sich ergeben zu scheinen. aber innerhalb dieser unordnung die ordnung so konsequent und effektiv transzendiert steht dann eben doch ke und sagt: ‚...ich mache das, aber ich bin noch nicht fertig!‘.
eric wunder, 2026