Jürgen Sprave

Mittwoch, 25. November, 20.00 Uh

Chodowieckistraße 13, 10405 Berlin 


Stern
Papier
21 x 21 cm
2015


Ich fertige Objekte aus Papier, Karton, Leinwand, Holzwerkstoffplatten und Farbe oder greife mit diesen Materialen in bestehende Räume ein. 
Durch das Zusammenfügen von Material, die Schichtung und Überlagerung von Flächen und das Auftragen von Farbe gestalte ich Gegenstände, die einer jeweils eigenen gestalterischen Grammatik folgen und entsprechende Strukturen aufweisen. Das Ausloten des innerhalb dieser Grammatik verborgenen Potentials und das Spiel damit, das beabsichtige oder zufällige Abweichen von diesen Prinzipien ist dabei Teil des Entstehungsprozesses. Es entstehen Objekte, deren einzelne Elemente in jeweils unterschiedlichem Verhältnis zueinander stehen: Sie verdecken oder enthüllen einander, tragen oder werden getragen, gleichen sich, sind sich ähnlich oder kontrastieren miteinander. Sie spannen Räume auf, verschatten einander, es ergeben sich Abfolgen, Intervalle und Kontraste von Farben und Rhythmen. Einige Objekte sind einfach, andere kompliziert, einige wirken ruhig, andere unruhig, manche klar, andere geheimnisvoll, manche harmonisch, andere dissonant, zurückhaltend oder aufdringlich. Sie haben eine jeweils eigene charakteristische Identität, geprägt durch Material, Konstruktion, Proportion, Struktur und Farbe.
Die Objekte machen Angebote an die Wahrnehmung des Betrachters oder fordern sie heraus. Durch verschiedene Betrachtungswinkel und wechselndes Licht werden Raum, Fläche und Farbe erfahrbar. Die Objekte treten damit in ein gegenseitiges Wechselspiel mit ihrer Umgebung und nehmen Einfluss darauf, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, lassen das Auge in ihnen wandern, werden zum Blickfang und verändern damit die Kräfteverhältnisse im Raum. Durch ihre Präsenz beeinflussen sie ihre Umgebung oder breiten sich sogar darin aus und werden damit zum dominanten Gestaltungselement. 
Auch wenn die Objekte Verkörperungen der Entscheidungen, der Zufälle oder sogar der Versehen sind, die zu ihrer Entstehung führten, so stellen sie nichts dar. Sie sind genau das, was sie sind: Dinge des sinnlichen Gebrauchs.


Homepage Jürgen Sprave

Emanuel Bernstone

Mittwoch, 04. November 2015, 20.00 Uhr  

Wilhelmstraße 118, 10963 Berlin 


Breakdown Cleanup, Oil on paper, 280 x 300 cm,
Installation view, Frontviews, Berlin, 2015


My work starts at my work. I paint something. Often I don‘t like it. So I paint over it. Even if I don‘t feel creative at all, I paint. At the end, it looks all too creative and I must declare to myself: it‘s too much art, but has nothing at all to do with art. To set bounds to this arbitrary creativity and to reduce my own influence, different methods have been applied: I would copy other artist’s work, paint from other peoples photos, have other artists or non-artists copy my paintings, ask an assistant to paint at instructions or ask him for instructions. I paint blind, in the rain or I would print on disorderly arranged stripes of paper to attain patterns which I wouldn‘t have come up with myself.
Another attempt to get around that capricious artistic creativity was undertaken with the particular support of divine powers. Starting from the classic idea of the artist receiving divine vision through in-spiratio, I put myself in a condition where my soul would be attuned to receive the spirit. For a religious person that is practically done in divine service at church, which well corresponds to the artist‘s work in his studio. Thus, I begun a work process which would require strong concentration yet give little room for mental labelling.

Days after completed work I went through the bundle of painted sheets of paper to find a remarkable outcome: the most well-made pieces came insignificant and blank, whereas the most deficient ones, accomplished in the final stage the process, running out of paint, seemed vibrant with life. Only fragments of a vision appear in these failures – some paper sheets show almost nothing at all – but there is a vital reality that makes them whole and complete. Similarly, a greek torso appears whole in its fragmentariness. Divine presence, after all, is whole by definition.

Homepage Emanuel Bernstone

Caroline Kryzecki und weitere

Donnerstag, 10. September 2015, 18.00 Uhr  

Caroline Kryzecki, Christine Streuli, Tatjana Doll, Friederike Feldmann
in der Ausstellung My Lonely Days Are Gone / Part 2 bei Arratia Beer 
Potsdamer Straße 87, 10785 Berlin 


My Lonely Days Are Gone / Part 2, Installationsansicht, 2015
Claudia Comte, Carla Arocha & Stéphane Schraenen, Friederike Feldmann, 
Matt Mullican, Christine Streuli, Caroline Kryzecki 
Photo: Marcus Schneider



Die sonst übliche Passivität der Wand - als Ort an dem Kunst lediglich gehängt wird - wird durch die Arbeiten neu gedacht und hinterfagt, indem jede der Galeriewände sowie der Boden zur Fläche der Darstellung wird. My Lonely Days Are Gone Part 2 gibt so Impulse für einen aktiven Dialog zwiscehn den Werken und lenkt die Aufmerksamkeit auf Architekturen als Flächen für tempörare Bilder.

Seit Beginn hat Abstraktion unzählige Bedeutungen angenommen. Ihre Geschichte, Konsequenzen und Auswirkungen auf unsere visuelle Kultur sind bis heute essenziell für zeitgenösische Kunst und Künstler. In dieser Ausstellung liegt der Fokus auf nicht-figurativen Arbeiten, die sich mit den Möglichkeiten und dem sich entfaltenden Potential der Abstraktion auseinandersetzen, sowie der komplexen Beziehung zwischen der Unabhängigkeit der Abstraktion der sie umgebenden Realität. Die Grenze zwischen figurativer und abstrakter Kunst verläuft heute nicht geradlinig - Verbindungen Brückenschläge und Überschneidungen sind Teil dieses offenen Prozesses. Gerade diese biegsame Sprache, die die Ausstellung annimmt, gibt die Möglichkeit zur Gegenüberstellung und Verbingung verschiedener begrifflicher, theoretischer und abstrakter bildlicher Strategien. In dieser Zeit der grundlegenden Veränderungen, stellt die Abstraktion nach wie vor alternative Bezugspunkte und Realitäten dar, auf die sich zeitgenössiche KünsterInnen in ihrer visuellkonzeptuellen Forschung beziehen. Alle Arbeiten werden nach der Ausstellung übermalt – dieser Fakt gibt der Ausstellung einen explizit zeithaften Charakter.
Teilnehmende KünstlerInnen: Carla Arocha & Stéphane Schraenen, Claudia Comte, Tatjana Doll, Friederike Feldmann, Caroline Kryzecki, Matt Mullican, Christine Streuli, Lily van der Stokker
Organisiert von Arturo Herrera 
In diesem Werktalk werden die eingeladenen Künstlerinnen über ihre Arbeiten in der Ausstellung sprechen. Im weiteren Verlauf des Gespräches werden wir dann den Fokus auch auf das Zusammenwirken der Werke im Galerieraum richten.  

Pressetext "My Lonley Days Are Gone / Part 2"

My Lonely Days Are Gone brachte im Jahr 2010 zehn zeitgenössische KünstlerInnen zusammen, die in der Auseinandersetzungmit den räumlichen Gegebenheiten Wandarbeiten schufen, die sich auf die Möglichkeiten der Abstraktion bezogen. Der zweite Teil von My Lonely Days Are Gone setzt diese Diskussion fort und erforscht die Verbindung, die raum-, bzw. wandfüllende Bilder im Zusammenspiel mit vorgefundenen und vorgefertigten architektonischen Beschaffenheiten des Raumes eingehen. Jedes einzelne der kommisionierten Werke arbeitet mit verschiedenen Heransgehensweisen an Malerei, Zeichnung, Collage und Drucktechnik. Diese emphemeren und ortspezifischen Arbeiten, setzen bewusst unterschiedliche Materialien gegeneinader und erproben so deren Reaktion untereinander und im Raum.


Homepage Caroline Kryzecki 
Homepage Christine Streuli 
Homepage Arratia Beer

Rebecca Michaelis, Tim Stapel

Mittwoch, 29. Juli 2015, 20 Uhr  

in der Ausstellung Standard International - Post Spatial Surfaces #1 im Geisberg Berlin 
Geisbergstraße 6-9, 10777 Berlin

 Rebecca Michaelis, Mobilé:"139° Ost" , Alumunium Pulverbeschichtet 
Wandarbeit: "Folgendes" , Acrylfarbe und Graphit, Rauminstallation
Deutsche Bank Kunsthalle, 2014 

Zunächst scheint alles schlicht und wohlsortiert: Wir begegnen einem  Wandgemälde mit halbrunden Linienstrukturen auf einfarbigem Grund. Der Anschein ostentativer Verstehbarkeit währt freilich kurz. Sobald wir uns den ornamentalen Kreislinien nähern, entfachen die scharf konturierten Linienbündel den Eindruck von höchst gespannter Dynamik: An der einen Wand tanzen halbkreisförmige Überschneidungen, vibrieren feine Gespinste übereinander gelagerter Halbkreise, hier kreuzen sich exakt gezirkelte Kurven, da scheinen klare Kreisbogensegmente reliefartig hervorzutreten. 
Man wird unmerklich in Rebecca Michaelis’ in-situ-Arbeiten hineingezogen, will an den flirrenden Bewegungslinien vorbeiziehen, um dann bei der eigenen Bewegung im Raum immer wieder aufs Neue ungeahnte Bildeindrücke auszumachen. Je nach Standpunkt organisieren sich Umgebung und abstrakte Liniengebilde zu einer präzisen, freilich nie erstarrenden Bildtektonik aus räumlichen Versatzstücken und planem, halbrunden Liniengeflimmer. Aus der Ferne verwandeln sich die architektonischen Gegebenheiten noch in bildhafte, musterartige Erscheinungen; in der Nahsicht kehren die repetitiven Farb- und Formelemente ihr Gemachtsein hervor und geben sich als ihren eigenen Entstehungsprozess repräsentierende Oberflächen. Die Symbiose von Dingcharakter und Bildhaftigkeit, das Spiel mit Wiederholung, Ähnlichkeit und Differenz prägen diese gelassenen räumlichen Arrangements. 
Wir werden zum Durchqueren ermuntert und müssen doch immer auch ein Auge auf Michaelis’ gesamte Vorkehrungen haben. Denn all diese ausgeschnittenen Halbkreisformen an den Wänden setzten sich in Beziehung zu ihrem Ort und nehmen wie Puzzlesteine auch untereinander Beziehungen auf. Insofern gibt es weder Anfang noch Ende. Man findet sich umspült von einem halluzinierenden Mikroklima geometrischer Ordnung. 
Birgit Effinger 2014



Tim Stapel, o.T. (Randstücke), Mdf, Wandfarbe, Kantenumleimer, 
460 x 508cm, Kunstquartier Bethanien - Projektraum, Berlin, 2015 



Offenkundig haben wir es bei Tim Stapel mit einem Synkretisten zu tun. So nimmt er zwar Linien der minimal und conceptual art auf, aber seine Zeichnungen, Bilder und Skulpturen unterscheiden sich zugleich deutlich vom Kult der 'Reizlosigkeit'. Sie haben den anti-illusionistischen Purismus der 1960er Jahre zugunsten einer überraschenden Aufhebung  perspektivischer Eindeutigkeit hinter sich gelassen. Die bildliche Intensität seiner Raumkörper und die skulpturale Wirkmächtigkeit seiner Oberflächenstrukturen entziehen sich dem obsessiv umkreisten flachen Raum der Moderne wie dem monolithischen Objekt. In der eleganten Gestaltung seiner bildnerischen Arbeiten erzielt Tim Stapel eine unerhörte Haltlosigkeit bei radikaler Reduktion der Form.  
jpk

Robert Barta

Mittwoch, 03. Dezember 2014, 20.00 Uhr

Drontheimerstraße 19, 13359 Berlin

Hoheitsanspruch, Holz, Ticketschalter, Maße variabel, 
Pfalzgalerie Kaiserslautern, 2010

Auszüge aus einem Text von Mark Wellmann von 2012:  
Robert Bartas Werk ist nur schwer mit einem klassischen Skulpturenbegriff einzufangen. Es ist vor allem konzeptionell und sprachlich geprägt. Als wiederkehrendes rhetorisches Mittel begegnet uns in den Arbeiten des Künstlers die ironisch gesetzte Um- und Verkehrung der Dinge: Eine durch einen Autounfall scheinbar verformte und in Ferrari-Rot lackierte Leitplanke (Rosso Corsa, 2007); eine im rasenden Stillstand gegen die Bewegung eines Schienenrades fahrende Modelleisenbahn (Time Machine, 2008) oder ein aus gefrorenem Wasser geformtes Bierglas, das sich bei Benutzung langsam wieder verflüssigt (Drink!, 2011). Bartas zum Teil poetische, zum Teil melancholische, zum Teil humorvolle Neudefinitionen des ursprünglichen Gebrauchswertes der Objekte sind im Stil einer slapstickhaften Aufführung vorgetragen. 
[...] 
Barta verfügt über genaues Timing bei seinem mitunter harten, abgründigen Witz. Es ist ein von Buster Keaton entlehnter Humor, bei dem es um maximale Ernsthaftigkeit im Vortrag geht. 
[...] 
Barta ist äußerst sparsam, gerade zu lakonisch bei der Wahl seiner Mittel, die immer wieder herrschende Erwartungen an den Kontext oder der eigentlichen Funktion der Dinge unterlaufen. 
[...] 



Johanna Jaeger

Mittwoch, 19. November 2014, 20.15 Uhr

im PLATTENPALAST in der Ausstellung spatial narrative 
Wolliner Straße 50, 10435 Berlin


viewfinder
C- Print auf Aluminium
66,5 x 84,5 cm 
2014 


I am an artist who uses photography.
My work is a constructed examination of the time I live, the spaces I inhabit and the objects, phenomena and places I encounter on the way.The way in which I construct my images longs to resist common expectations in meaning or function, such as specific uses for architectures or functions for utilitarian objects. Through oppositions, scale-shifts, comparisons or reversals of those commonly assigned purposes, I am seeking to provide images depicting new functions or meanings of the ordinary. With those banal materials outstepping their immediate functionality in photographed form, I am longing to challenge a viewer’s expectation. I also hope to reveal emotions connected to our understanding of production, the passage of time, the systematization of (life-)time and it’s subjective perceptions.

www.johannajaeger.de
www.plattenpalast.de

Cécile Dupaquier

Mittwoch, 08. Oktober 2014, 20.00 Uhr

Karl-Marx Straße 58, 12043 Berlin, 2 Hinterhof, 3. OG links


Die Falte (2009)
Erde, Rasen, roter und schwarzer Asphalt, Beton
24 x 40 m

Am Anfang ist die Falte. Die Falte schafft Volumen, macht einen Körper erst möglich. Erst die Falte bringt eine Bewegung in die Skulptur, macht sie leicht und zeigt zugleich ihre Zerbrechlichkeit.
Das Prinzip der Falte entsteht durch eine Transformation der Struktur. Ich gehe von geraden rechteckigen Flächen aus, die ich durch Schnitt und Falte verlagere. Somit entledige ich die im Baumarkt erworbenen Körper ihres vorläufigen, nützlichen Lagerzustandes und erfrage andere, verborgene Tendenzen. Im Verlauf der Recherche öffne ich das Material, so dass es auseinanderfällt und nach Halt sucht. Unstetigkeit und Beweglichkeit sind hierbei ein erstes Ausweichen und geben der Unruhe Gestalt - der Bewegung in der Skulptur.
Der gefaltete Körper orientiert sich neu. Aus aneinander liegenden Gliedern wird auf diese Weise ein Körper, in sich überlagernden Flächen entstehen Räume. Dabei flüchten die abstrakten Skulpturen das Vordergründige und bewegen sich diskret an der Grenze zwischen Erscheinen und Verschwinden. Genau dort - im Begriff des Werdens und Vergehens - befragen sie den Eigensinn des Raumes.
Die Falte gibt meinen Skulpturen, Gestellen und Bauten die Möglichkeit, sich einen Platz im Raum zu suchen, sich ihre Umgebung - Wand, Boden und Decke - anzueignen, im Raum aufzugehen, sich im Raum zu entfalten.

Matthias Männer

Mittwoch, 10. September 2014, 20.00 Uhr

Adresse: Bernhard-Lichtenberg-Strasse 23 / Aufgang 1,10407 Berlin

 


Der in Berlin lebende Künstler Matthias Männer (geb. 1976) arbeitet mit den Medien Installation, Skulpturund Zeichnung. Basierend auf einfachen geometrischen Grundformen entstehen komplexe Strukturen, die sich im Zwischenfeld von Abstraktion und Gegenständlichkeit manifestieren.
In auswuchernden Rauminstallationen, in welchen Männer organisch anmutende Polygonobjekte alsFremdkörper im Raum platziert, lotet er die Grenzen der vorgegebenen Architektur aus und überschreitetdiese scheinbar. So ensteht eine Schnittstelle zwischen haptischer und virtueller Welt, die den Betrachterherausfordert, seine gewohnte Sichtweise in Frage zu stellen. Eine sich ständig ändernde Wahrnehmungder uns umgebenden Realität in einer zunehmend von Medien beeinflussten Gesellschaft stehen dabei im Fokus seines Schaffens.
Durch die Verwendung einfacher Materialien und monochromer Farbgebung verharren die Arbeiten in einem Zustand des Prototyps und bewahren dadurch ihren Modellcharakter. Dieser Eindruck wirdverstärkt durch die Tatsache, dass seine Installationen oftmals für einen speziellen Raum konzipiert undnach Ablauf einer Ausstellung wieder zerstört werden. So überdauert die Idee der Arbeit ihre physischeExistenz.
Begleitend zu seiner bildhauerischen Arbeit setzt Matthias Männer in seinem zeichnerischen Werk seineIdee einer technoiden Parallelwelt um. Modular schließen sich verschiedenartige geometrische Gebilde zu einem Netzwerk zusammen und entwickeln dort ihr Eigenleben.

Anja Schwörer

Mittwoch, 02. Juli 2014, 20.00 Uhr

Klever Str. 3, 13357 Berlin 

BP_0614
Bleach on denim 
130x94 cm
2014

Text Exhibition “Material Occupation”, University Art MuseumUniversity at Albany, 2012
German artist Anja Schwörer’s psychedelic canvases radiate abstract patterns that draw upon her strong interest in alchemy and heavy metal music. Using substrates of denim, velvet, and black canvas, she employs a reductive process of waxing, folding, and bleaching to create strong light and dark contrasts that are both expressive and raw, optically intense and formally elegant in their invocation of a beautiful cosmos gone awry.
 Forgoing traditional painting materials, she introduces a handmade element into her work that makes her cosmic fields seem earthbound. Schwörer’s symmetrical, formalist, geometric compositions are made by batiking, bleaching, and tiedyeing, processes that merge chance with highly considered compositional restraint. Her use of bleach serves as part of an ongoing experiment with the alchemical properties of an everyday solvent. Bleach can puddle and pull color from cloth in unexpected patterns and residual drips, but in the end it always conforms to the woven materiality of the fabric as resonant forms emerge from what has been deleted or pulled away. Morphed and manipulated, Schwörer’s “paintings” (because in the end, that is what they are) take on a quality of hallucinated space that stems from her affinity for “hippie-thinking.” Her use of black resonates with associations to absence, a void, darkness, the occult, the total absorption of all light rays.
Like other artists in Material Occupation, Schwörer’s interest in applying alternative techniques and unconventional materials is a means by which to distance the hand from traditional painting methods, all the while acknowledging the potency of abstract painting and its ongoing hold on the contemporary imagination.
Corinna Ripps Schaming

Arne Schreiber

Mittwoch, 04. Juni 2014, 20.00 Uhr

Galerie koal, Brunnenstraße 25 B, Berlin


#404Z / 2013
Graphit auf Papier / 100 x 70 cm 
courtesy Galerie koal / Berlin


Auszug aus dem Pressetext zur Ausstellung "folgen": 

Durch die Sichtbarmachung verborgener Muster wirkt Schreibers Kunst wie ein Rastermikroskop, das in optische Tiefen vordringt und mathematische Tiefe zwischen den Linien flimmern lässt. Dabei folgt es wie ein Präzisionsinstrument den Gegebenheiten des Werkstoffs und den Gesetzmäßigkeiten seines eingeschriebenen Programms. Es folgt aber auch dem eigenen Messergebnis, indem es die laufende Produktion stets auf das bereits Produzierte rückkoppelt. 

Schreiber selbst folgt dieser Dynamik des Werks, gibt sich dem Arbeitsprozess hin, einem gleichzeitig physisch aufreibendem wie kontemplativen, Flow erzeugenden Akt. Er fertigt jede Einzellinie in einem durchgehenden Zug, ohne Hilfsmittel, in oft stundenlanger Repetition; die ausführende Hand mit Stift oder Pinsel wird dabei zum Mitspieler des Künstlers. Der wiederum wird zum Kartographen, der die winzigen Höhenlinien des Arbeitsgrundes abtastet und verdeutlicht. Er wird zum Seismographen, der kleinste Abweichungen von der Ebenmäßigkeit aufnimmt, verstärkt und fortsetzt. Er wird auch zum Reprographen, zu einem, der nicht vervielfältigt, sondern das Prinzip der Wiederholung überwacht und so flexibel lässt, dass es trotz des Wandels konsequent bleibt. 




Pablo Alonso

Mittwoch, 18. Dezember 2013, 20.00 Uhr

Moellendorffstr.54, 10367 Berlin 



Sarcófago, 2012, Graphit auf Papier, 230 x 157 cm.

Das Werk des Malers Pablo Alonso könnte man als steten Kampf gegen jedwede Art von Grenze beschreiben, egal ob diese physisch, historisch, konzeptuell oder sogar auf die Malerei bezogen ist. Gerade deshalb ist Pablo Alonso im Hinblick auf die klassischen Stilrichtungen schwer einzuordnen.
Alonso ist ein Künstler, der sich absolut für die Malerei begeistert. So wird er zu einem ihrer heftigsten Verfechter, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so aussieht. In seinen jüngsten Bilderserien, wurde die Leinwand gewaltsam bearbeitet; sie wurde zum Beispiel zerknüllt und wieder gespannt, als handle es sich um altes Papier; oder sie wurde mit einem Schweißbrenner angezündet, um bei den aufgetragenen Pigmenten chemische Reaktionen auszulösen. Aus dem ersten Prozess entsteht die Serie der quadratischen Leinwände, die in Rautenform aufgehängt wurden, und deren Oberfläche eher wie Karton als wie Stoff aussieht. Die Bilder, die mit wenigen Ausnahmen einfarbig gehalten sind, zeigen verschiedene Schwarz- und Grautöne und täuschen so eine abstrakte Hell-Dunkel-Malerei (chiaroscuro) vor, basierend auf dreidimensionalen Falten über einer komplett zweidimensionalen Oberfläche. Das Bild tarnt sich als abstraktes Relief und überschreitet so die klassischen visuellen Grenzen zwischen Papier, Leinwand und Stein. Der zweite Prozess der Malerei entsteht ebenso auf einer groß dimensionierten Leinwand, die mit verschiedenen Pigmentschichten bearbeitet wurde. Als letzte Schicht wurde mit großer Sorgfalt Graphit* aufgetragen. Die Leinwand erhebt sich wie ein steriles Universum, ohne Sterne, düster und unheimlich. Pablo Alonso “schändet” sein eigenes Werk mit einem Schweißbrenner, den er als Pinsel benutzt. Der Feuerstrahl ruft eine chemische Reaktion hervor, so dass die verschiedenen Pigmentschichten miteinander verschmelzen und dort, wo der Schweißbrenner mit seiner Hitze die Leinwand küsst, eine Explosion von Farben möglich wird. Die Hitze führt zu einer weiteren chemischen Reaktion, denn der Sauerstoff und die UV-Strahlen wirken auf der Leinwand weiter, intensivieren damit die Farben und schaffen neue Formen. In der Folge enthüllt sich die ästhetische Schönheit dieser Leinwand dadurch, dass sie bestimmten Naturphänomenen ausgesetzt wird; es entsteht ein malerischer Prozess, dessen Verlauf der Künstler nun nicht mehr kontrollieren kann. Pablo Alonso befreit das Werk von seinem eigenen Schöpfer und übergibt es in die Hände unkontrollierbarer Elemente, wie die Luft in einem Ausstellungsraum oder das Licht, das durch die Atelierfenster scheint. Das Kunstwerk wird zu einer Art Lebewesen: Es wird geboren, wächst und stirbt.
Pablo Alonso ist ein Künstler, der seinem Arbeitsmaterial höchste Beachtung schenkt; er erforscht sein Potential und beansprucht es bis über seine Grenzen hinaus. Ein weiteres Beispiel dieser Odyssee kann man in der Serie Sarcófago sehen, in der Graphit auf Zeitungspapier aufgetragen wurde, bis der gesamte Drucktext abgedeckt und somit unsichtbar war. Die Feinheit des Papiers steht im Kontrast zur Kraft des Graphits, der dem Papier eine metallische Textur verleiht. Das Zeitungspapier überschreitet seine Grenzen als einfache Informationsquelle, um eine empfindliche und museumswürdige Unterlage zu werden, wobei es allerdings seine ursprüngliche Funktion als Informations und Textträger negiert.
Für Pablo Alonso hat die Malerei weder Anfang noch Ende; sie befindet sich in einem ständigen Wandel. Deshalb erscheint uns die Malerei von Pablo Alonso so frei: Sie kennt keine Grenzen.

* Graphit ist das Bindeglied zwischen dem Mineralischen und dem Organischen. Graphit ist eine Form von Kohlenstoff unter einem bestimmten Druck. Kohlenstoff ist die Grundsubstanz der organischen Chemie, sie findet sich bei allen bekannten Lebewesen und ermöglicht durch den chemischen Prozess der C14- Methode die Altersbestimmung von Fossilien. Kohlenstoff wird unter extrem hohem Druck zu Diamant.

weitere Infos unter:

BENTEN CLAY


Donnerstag, 7. November 2013, 20.00 Uhr

Ritterstr.12-14, 10969 Berlin 



Zwischen Autokonzern und Künstlergruppe oder: Wer ist BENTEN CLAY und wenn ja wie viele? 
Ihr Logo sieht aus wie von einer Automobilmarke, ihr Unternehmensleitbild klingt wie das der Deutschen Bank. Im Nu drängen sich dem Betrachter Fragen auf: Wer ist BENTEN CLAY, was wollen seine Macher und welche Rolle spielt das finnische Endlager für Atommüll bei all dem?
Die Künstlerkooperation gibt Einblick in ihre bisherigen Produktionen zu ihrem Langzeitprojekt “Age of an End”.

www.bentenclay.com

Ignacio Uriarte


Mittwoch, 11. September 2013, 20.00 Uhr

Klosterstr. 4, 10179 Berlin 






Nach Kündigung meiner letzten Büroarbeit und dem Entschluss, mich hauptberuflich mit Kunst zu befassen, stellte ich fest, dass die neu errungene Freiheit eine grosse Verantwortung barg. Auf keinen Fall wollte ich Kunst dazu missbrauchen, eine persönliche Befreiung zu bewirken, die mich dem reaktionären und marginalen Klische-Künstler angleichen würde. Ganz im Gegenteil: Ich beschloss, meine eigene kleinbürgerliche Realität auf keinen Fall zu verlassen, um sie von innen heraus und mit der nötigen Fachkenntnis behandeln zu können.
Deswegen verwende ich, auch als Künstler, die üblichen Werkzeuge und Methoden eines Büroangestellten und arbeite stets routiniert und mit der Routine als Hauptbeschäftigungsfeld.
Ästhetisch lehnt sich meine Arbeit an die Konzept- und Minimal-Kunst der 60er Jahre an. In den 60ern fand fast zeitgleich zur ‘Dematerialisierung des Kunstobjektes’ die Substitution von Produkten durch Dienstleistungen in der Wirtschaft statt. Daraus ergab sich, dass sich Kunst- und Wirtschaftswelt auch ästhetisch immer näher kamen, beispielsweise in der chromatischen Selbstbeschränkung und in der formalen Simplizität, welche signalisieren sollten, wie Produkt und Kunstobjekt fortan im (leeren) Kopf generiert würden. Man könnte sogar von einer gegenseitigen Fetischisierung sprechen, welche sich beispielsweise darin äusserte, dass nun Neonlicht und Archivregal als Kunstmedium eingesetzt wurden oder aber Minimalkunst als Raumdekoration in Büros bevorzugt wurde.
Die auf meiner Web-site enthaltenen Arbeiten führen die gleiche Arbeitslinie und Ästhetik fort. Ich gehe von Momenten im Büro-Alltag aus, welche oft einen ‘artistischen’ Aspekt aufweisen, der fast immer lächerlich klein ist. Beispiele: Wenn wir während eines Telefongesprächs kritzeln (20. Bic Monochromes) oder wenn wir ein Blatt falten bevor wir es in einen Briefumschlag stecken (03. a line up and down an A4-sheet) realisieren wir, ganz unbewusst und routiniert, kleine malerische und skulpturale Aktionen. Die systematische Wiederholung dieser Aktionen nach vorab bestimmten Regeln, verwandelt sie in Meta-Routinen, in Reinszenierungen des Sisyphus-Mythos. Der einzige Unterschied liegt vielleicht darin, dass die methodische und repetitive Arbeit, die zur Herstellung der Werke notwendig ist, hier detailliert registriert wird. Auf diese Weise überlebt die Routine und macht sich für jeden Zuschauer lesbar und nachvollziehbar.

weitere Infos hier: 
www.ignaciouriarte.com

Hansjörg Schneider

Mittwoch, 12. Juni 2013, 20.00 Uhr  

Uferstraße 8, 13357 Berlin






Hansjörg Schneider setzt präzise Schnitte und kontrollierte Risse als Mittel der Bildgenerierung ein. In seinen neuen Papierarbeiten entstehen dialogische Prozesse zwischen klaren geometrischen Strukturen und zufälligen und unscharfen Verläufen. Das Zusammenspiel von Tuschezeichnung und anschließender Schneidetechnik verläuft zunächst harmonisch, im weiteren Herstellungsprozess zunehmend asynchron und chaotisch. Regeln entstehen, verändern sich, werden durchbrochen. Raum wird erzeugt, negiert, Fläche organisiert, verworfen. Positive Form wird negativ. Konstruktives wird zerstört. Der Betrachter entdeckt das potentiell neu Entstandene vielleicht erst nach einer gewissen Weile.

Hansjörg Schneider, geb.1960, hat Freie Kunst, Englische Philologie und Philosophie in Kiel studiert. Er präsentiert seine Arbeiten seit vielen Jahren in Einzel - und Gruppenausstellungen in Deutschland und im europäischen Ausland. 2010 war er als Artist in Residence in Heyri, Korea.

weitere Infos: 

Ossian Fraser

Mittwoch, 3. April 2013, 20.00 Uhr  

Oranienstrasse 58, Berlin



Ossian Fraser, Ohne Titel ( Chausseestrasse), 2012




"Meine Interventionen in Urbanlandschaften sind Reaktionen auf vorgefundene oder gezielt gesuchte Räume. Die Arbeiten beziehen sich auf den jeweiligen Ort, so dass Situationen und Zustände zum Thema einer künstlerischen Auseinandersetzung werden können.  Die Freilegung einer kreisrunden Fläche (Staub) oder die Verdunstung einer ‚exakten Pfütze’ (Wasser), sind Eingriffe und Setzungen, deren Form einen zeitlich begrenzten, also flüchtigen Zustand einnimmt. Die Dokumentation wird zum Bestandteil der Arbeit."
  
Ossian Fraser, 1983 in Edinburgh geboren, ist Meisterschüler der Freien Kunst und Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

ossianfraser.com

Irene Pätzug und Valentin Hertweck

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 20.00 Uhr  

Marzahner Promenade 40, 12679 Berlin



 
Auszug aus der Rede zur Ausstellungseröffnung „Doppelrolle, Raum als Akteur und Kulisse“, DA-Kunsthaus Kloster Gravenhorst, 2012
Valentin Hertweck und Irene Pätzug sprechen ganz bewusst vom Raum als Bühne und Kulisse, so wird in ihrer Arbeit die Modellfunktion von Theater für Raumkonzepte deutlich. Ein weiterer künstlerischer Gedankengang impliziert, dass sich ein Wandel bzw. eine Veränderung des Raumkonzepts von einem Raum, der durch codierte Zeichen (Fenster, Dachbalken, Treppe) als bestimmte Lokalität identifizierbar ist, hin zu einem performativen Raum, zu einem Erfahrungs- und Erlebnisraum vollzieht.
Letztlich sind die Werke von Valentin Hertweck und Irene Pätzug gebaute und konstruierte Gedankenspiele. Und in diesem Spiel nehmen wir Betrachtenden eine wichtige, eine aktive Rolle ein. 
(...)
Irene Pätzug und Valentin Hertweck arbeiten mit einem Raumbegriff, der das Dazwischen, das Konstellative und die Übergänge mit einbezieht. Raum wird so zu einem „Zwischenraum“, der das Offene und Mögliche, das Situationistische und Gestische, das körperlich Erfahrbare und das aktive Erleben der künstlerischen Geste, der künstlerischen Intervention betont.
Dr. Andrea Brockmann